Negativpreisschutz für PV-Anlagen
Ab Januar 2027 sind negative Einspeisetarife für Solarstrom möglich: Profit-Plus schützt PV-Betreiber kostenlos
Kriens/Immensee, 11. Juni 2026 – Für Betreiber von Photovoltaik-Anlagen beginnt ab 2027 eine neue Marktphase. Mit der vom Bundesrat beschlossenen neuen Vergütungslogik wird nicht mehr nur entscheidend sein, wie viel Solarstrom produziert wird, sondern auch, wann er eingespeist wird. Die Netzbetreiber dürfen ab dem 01.01.2027 negative Strompreise an Solarstromproduzenten weitergeben. Die sun2wheel AG und die convoltas AG erweitern ihr Produkt «Profit-Plus» deshalb um eine automatische und kostenlose Schutzfunktion gegen negative Marktpreise. «Profit-Plus» ist dabei der Markenname von convoltas für die Lösung, die technologisch auf der bidix-Plattform von sun2wheel basiert.
Für Betreiber verändert sich durch diesen Bundesratsentscheid die wirtschaftliche Ausgangslage. Neben der produzierten Strommenge gewinnt die aktive Steuerung der Anlage an Bedeutung. «Profit-Plus» erkennt kritische Preissituationen frühzeitig und reduziert die Einspeisung automatisch, bevor unnötige Kosten entstehen. Solarstrom bleibt damit attraktiv, erfordert aber künftig eine stärkere Abstimmung von Produktion, Einspeisung, Speicherung und Verbrauch.
Photovoltaik tritt in eine neue Marktphase ein
Die Schweiz baut die Photovoltaik stark aus. An sonnigen Tagen und bei tiefer Nachfrage entstehen dadurch immer häufiger Situationen, in denen viel Strom gleichzeitig ins Netz fliesst. Deshalb wird die Einspeisevergütung künftig stärker durch den Marktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung beeinflusst. Was bisher für Betreiber nicht spürbar war, wird damit zu einem relevanten Faktor im Anlagenbetrieb. Insbesondere bei grösseren Anlagen über 150 kWp kann der wirtschaftliche Wert von Solarstrom zunehmend davon abhängen, ob er im richtigen Moment eingespeist wird.
Vom passiven Einspeiser zum aktiv gesteuerten Energiesystem
Photovoltaik-Anlagen wurden lange nach einem einfachen Prinzip betrieben: produzieren, einspeisen, vergüten lassen. Dieses Modell verändert sich grundlegend und es bricht eine neue Ära der Solarenergie an. Mit negativen Strompreisen, sinkenden Einspeisevergütungen und neuen Anforderungen an die Netzstabilität wird aktive Steuerung zur zentralen Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb: Eine PV-Anlage muss künftig also nicht einfach möglichst viel Strom produzieren und einspeisen, sondern flexibel auf Marktpreise, Netzsituationen und Verbrauchsmöglichkeiten reagieren können.
Automatischer Schutz vor negativen Marktpreisen
«Eine PV-Anlage braucht künftig mehr als Wechselrichter und Zähler. Sie braucht ein digitales Betriebssystem, das erkennt, wann Einspeisung sinnvoll ist und wann Flexibilität mehr Wert schafft», sagt Sandro Schopfer, CEO und Mitbegründer von sun2wheel. «Genau hier setzen wir mit Profit-Plus an.»
Die neue kostenlose Schutzfunktion von «Profit-Plus» überwacht relevante Marktsignale und erkennt drohende Negativpreisphasen frühzeitig. Wenn erforderlich, wird die Einspeisung der eingebundenen PV-Anlagen automatisch und zeitlich begrenzt reduziert. Sobald sich die Marktsituation normalisiert, kehrt die Anlage selbstständig in den regulären Betrieb zurück. Der Eingriff erfolgt gezielt, automatisiert und ohne manuellen Aufwand für den Betreiber. Marktbeobachtung, Prognose und Steuerung laufen vollständig im Hintergrund. So müssen Anlagenbesitzer keine eigenen Marktanalysen durchführen und nicht selbst auf kurzfristige Preissignale reagieren.
Beispielhafter Tagesverlauf am 7. Juni 2026 mit dem Schweizer Day-Ahead-Preis (rosa Linie). In den Stunden mit negativem Preis (Linie unter der Nulllinie) wird die Anlage so weit gedrosselt, dass nur noch der Eigenverbrauch gedeckt und die Einspeisung auf null reduziert wird – die andernfalls eingespeiste Energie ist grau dargestellt. Preisdaten: Energy-Charts (CC BY 4.0).
Ideal für Anlagen ohne Batteriespeicher
Besonders attraktiv ist die Lösung für Betreiber, die noch keinen Batteriespeicher installieren möchten oder auf dessen Installation warten. «Profit-Plus» bietet ihnen ohne Investition einen wirksamen Schutz vor negativen Marktpreisen und schliesst die Lücke, bis ein Speicher wirtschaftlich oder verfügbar ist. Ist ein Batteriespeicher vorhanden, ergänzen sich beide Ansätze nahtlos: Überschüssiger Solarstrom wird zuerst in der Batterie gespeichert, und die Drosselung greift erst dann, wenn der Speicher vollständig geladen ist und bei negativen Preisen weiterhin ein Überschuss besteht. So bleibt die Einspeisung negativer Energie in jedem Fall ausgeschlossen.
Nach Zusatzerlösen folgt Risikoschutz
Bereits heute bündelt «Profit-Plus» Photovoltaik-Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk und vermarktet deren Flexibilität am Schweizer Regelenergiemarkt. Betreiber können dadurch zusätzliche Einnahmen von rund 10 Franken pro installiertem Kilowatt erzielen. Mit der neuen Schutzfunktion wird dieser Ansatz erweitert: Flexibilität dient nicht mehr nur als Einnahmequelle, sondern auch als Schutz vor neuen Marktrisiken.
«Mit Profit-Plus machen wir aus Flexibilität einen konkreten wirtschaftlichen Mehrwert. Die neue Schutzfunktion ist die konsequente Weiterentwicklung dieses Prinzips: Sie reduziert Risiken und schafft gleichzeitig die Grundlage, um PV-Anlagen noch aktiver im Strommarkt einzusetzen», sagt Fabian Gloor, Vertriebsleiter von convoltas.
Kein zusätzlicher Aufwand für Betreiber
Die Negativpreis-Schutzfunktion ist für bestehende und neue «Profit-Plus»-Kunden automatisch und kostenlos aktiv. Zusätzliche Hardware oder ein separater Konfigurationsaufwand sind nicht zwingend erforderlich. Voraussetzung ist die technische Einbindung der Anlage in das Profit-Plus-System. Für Betreiber entsteht damit ein doppelter Nutzen: Sie können Flexibilität weiterhin vermarkten und erhalten gleichzeitig einen automatischen, kostenlosen Schutz vor ungünstigen Einspeisesituationen.
Flexibilität wird zur Sicherheits- und Ertragskomponente
Die Zusammenarbeit von sun2wheel und convoltas im Produkt «Profit-Plus» zeigt, wie sich Photovoltaik-Anlagen auf die neue Marktlogik vorbereiten lassen. Intelligente Steuerung schützt vor negativen Marktpreisen, ermöglicht zusätzliche Erlöse und unterstützt gleichzeitig die Stabilität des Stromsystems. Damit wird Flexibilität zur neuen Sicherheits- und Ertragskomponente der Schweizer Solarwirtschaft.
Was negative Strompreise für PV-Betreiber bedeuten
Negative Strompreise entstehen, wenn im Strommarkt mehr Strom angeboten als nachgefragt wird. Das kann insbesondere an sonnigen Tagen mit hoher Solarstromproduktion und gleichzeitig tiefem Verbrauch der Fall sein. Mit der neuen Vergütungslogik wird der Zeitpunkt der Einspeisung wichtiger: Wer bei tiefen oder negativen Marktpreisen unkoordiniert einspeist, kann wirtschaftliche Nachteile erleiden. Gleichzeitig entstehen Chancen für Anlagen, die flexibel gesteuert werden können.
Intelligente Systeme wie «Profit-Plus» erkennen solche Situationen automatisch. Sie können die Einspeisung zeitlich begrenzt reduzieren, Strom lokal nutzbar machen oder Flexibilität am Regelenergiemarkt vermarkten.
Über sun2wheel AG
Die 2020 gegründete sun2wheel AG entwickelt Energiemanagementsysteme für die intelligente Vernetzung dezentraler Energieressourcen. Die Plattform optimiert Eigenverbrauch und Lastmanagement und ermöglicht gleichzeitig die Vermarktung von Flexibilität in virtuellen Kraftwerken. sun2wheel verbindet PV-Anlagen, Speicher und E-Mobilität zu einem integrierten Energieökosystem. www.sun2wheel.ch
Über convoltas AG
Die convoltas AG ist ein Schweizer Energie-Generalunternehmen, das Photovoltaik-Grossanlagen, Batteriespeicher, Elektromobilitätslösungen und ganzheitliche Energiesysteme plant, baut und betreibt. Seit 2019 hat sich convoltas zu einem führenden Anbieter im Bereich erneuerbare Energien entwickelt und bietet eine komplette Wertschöpfungskette von der Projektentwicklung bis zum Monitoring. Der Fokus liegt auf skalierbaren, wirtschaftlich attraktiven und netzdienlichen Energielösungen für Industrie, Gewerbe und Immobilienportfolios. www.convoltas.ch